„Erasmus-Sprache“

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Von Pau­line Goe­mare
Über­set­zung: Ro­bert Sch­midt 

Im Laufe des Tages, werden sich die Kul­turen ver­mi­schen, die Grenze der Spra­chen werden ver­gessen sein und gute Laune ist übe­rall. Am 15. Juni in Frank­furt an der Oder, fand der « In­ter­na­tional Campus Day » der Eu­ropa Via­drina Uni­ver­sität statt. Es war die Ge­le­gen­heit für die auslän­di­schen Stu­denten zu zeigen, in­wie­weit jedes Land ein­zi­gartig ist.

Stu­denten, Pro­fes­soren und Frank­furter hatten die Mö­gli­ch­keit an­dere Kultur zu ent­de­cken. Wir bleiben in Frank­furt, aber wir reisen ; der Spa­zier­gang die Stände der Auss­tel­lung ent­lang, führt uns nach Korea, Peru, Fran­kreich, Polen, Slo­ve­nien... Sol­ches Erei­gnis illus­triert die In­ter­na­tio­na­lität der Eu­ropa Via­drina Uni­ver­sität.

Der Name „Eu­ropa Uni­ver­sität“ zeigt schon wie auf­ges­chlossen sie für Eu­ropa (bzw für die Welt) ist. Die Frage ist, sind diese auslän­di­schen Stu­denten wirk­lich in­te­griert in Deut­schland ? Welche Be­zie­hung haben die „Eras­mus“-Stu­denten (im Be­griff, Stu­denten aus Eu­ropa und Aus­land, die nur ein oder zwei Se­mester im Aus­land stu­dieren) mit der Deut­schen ? Bernd Schünow, der Koor­di­nator der in­ter­na­tio­nalen Be­zie­hungen der Eu­ropa Uni­ver­sität, hat diese Frage beant­wortet, und für ihn, sind die „Eras­mus“ Stu­denten nicht in­ter­griert. „Je größer die An­zahl der Per­sonen (Erasmus) ist, desto größer ist die Wahr­schein­li­ch­keit, dass man sich nicht in­ter­griert“, sagt er noch.

In der Tat sind die „Eras­mus“-Stu­denten in der ganzen Welt eine Ex­tra­gruppe an der Uni­ver­sität, doch ihre Ver­schie­den­heit macht ihre Ein­heit aus . Sie sind zu­sammen, sie sind Ausländer und sie haben die selben Pro­bleme; In­te­gra­tion und Sprache sind die besten Bei­spiele. Man kann sie nicht trennen, wer könnte mich besser vers­tehen als je­mand der die­selben Pro­bleme hat ?

Außerdem, bleibt noch das Pro­blem der Sprache. Laut Bernd Schünow, spre­chen un­gefähr 70% der 190 „Eras­mus“ Stu­denten, die an der Via­drina stu­dieren, kein Deutsch, be­herr­schen manchmal auch fast kein En­glisch. Man kann hier von einer Spra­che­bar­riere spre­chen. Und wenn man dies bezü­glich Bernd Schünow fragt, wie „Erasmus-Stu­den­ten“ mi­tei­nander kom­mi­nu­zieren können, dann ant­wortet er mit seiner persön­li­chen Re­de­wen­dung „Erasmus-Spra­che“, eine Mi­schung aus Deutsch, En­glisch, Franzö­sisch, Spa­nisch und an­deren Spra­chen. Es han­delt sich um eine in­ter­na­tio­nale Sprache, die den­noch die In­te­gra­tion nicht ermö­glicht. Die „Erasmus-Spra­che“ ist für die „Eras­mus“-Stun­denten, wenn sie un­te­rei­nander kom­mu­ni­zieren.

Al­ler­dings wollen wir auch die po­si­tiven Seiten des Stu­den­te­naus­tauch­sys­tems „Eras­mus“ auf­zeigen und uns nicht nur auf das Ne­ga­tive bes­chränken. Die „Eras­mus“-Stu­denten sind wel­toffen und sie wollen neue Kul­turen und Länder ken­nen­lernen um ihren Er­fah­rung­sho­ri­zont zu er­wei­tern. Sie können aus einer großen Viel­falt der ver­schie­denen An­ge­boten sei­tens der Uni­ver­sität wählen und von diesen pro­fi­tieren, weil sie hier an­dere Mö­gli­ch­keiten haben als in ihren Hei­matlän­dern. Ei­nige über­legen sogar daue­rhaft in Deut­schland zu bleiben und selbst wenn dies nur ein Ge­danke bleibt, so wird die Tat­sache, dass man Teil dieses Aus­tau­sch­pro­gramms war einen be­gleiten. Ei­nige werden viel­leicht nach Deut­schland um­ziehen, und selbst wenn es nicht der Fall ist, bleibt diese Er­fah­rung für die „Eras­mus“-Stu­denten ein un­ver­gess­liche Er­fah­rung. Kévin, „Eras­mus“-Stu­dent aus Fran­kreich, sagt rück­bli­ckend: „Es ist eine Zeit, in der ich sehr viele Men­schen un­ter­schied­li­cher Kul­turen ken­nen­ge­lernt habe und in denen ich Er­fah­rungen ge­macht habe, die mich wirk­lich prägen haben. Ob­wohl mir der Ab­schied sehr schwer fällt, freue ich mich nun auf meine Fa­milie und Freunde in Fran­kreich.“